NBank und regionale Töpfe: Förderung neben dem Bund
Neben KfW und BAFA gibt es Landesmittel des Landes Niedersachsen und kommunale Programme. Sie sind kleiner, aber oft kombinierbar – und werden erstaunlich häufig übersehen.
Förderung hat in Niedersachsen drei Ebenen
Die meisten Bauherren kennen nur den Bund: KfW und BAFA. Tatsächlich gibt es in Niedersachsen drei Ebenen. Der Bund fördert Neubau und Sanierung über die BEG-Programme. Das Land Niedersachsen fördert über die soziale Wohnraumförderung, die zum 1. Juli 2026 neu geordnet wurde und seither in drei eigenständigen Richtlinien geführt wird: Mietwohnraumförderung, Junges Wohnen und Wohneigentumsförderung. Umgesetzt werden die Programme von der Investitions- und Förderbank Niedersachsen (NBank). Die dritte Ebene sind Landkreise, Städte und Gemeinden sowie regionale Fonds – in der Region Hannover etwa die Klimaschutzprogramme der Region und der enercity-Fonds proKlima, dessen Fördergebiet Hannover, Langenhagen, Laatzen, Hemmingen, Ronnenberg und Seelze umfasst. Diese Ebene ändert sich am häufigsten: Programme werden aufgelegt, aufgestockt oder wegen ausgeschöpfter Mittel gestoppt. Deshalb prüfen wir im Beratungsgespräch, was zum Zeitpunkt Ihres Vorhabens tatsächlich offen ist.
Für wen sich der Blick auf Land und Kommune lohnt
Die Wohneigentumsförderung des Landes richtet sich an Haushalte, die selbst genutztes Wohneigentum bauen oder erstmals erwerben und die niedersächsischen Einkommensgrenzen einhalten. Sie ist damit kein Programm für jeden, aber für Familien mit mittlerem Einkommen häufig der stärkste Hebel überhaupt – zusätzlich zur KfW. Die kommunalen und regionalen Zuschüsse sind dagegen einkommensunabhängig und interessant für alle Eigentümer, die dämmen, das Dach erneuern oder Photovoltaik ergänzen. Wer im proKlima-Gebiet oder in der Region Hannover baut, sollte diese Töpfe grundsätzlich mitprüfen.
Welche unserer Leistungen typischerweise betroffen sind
Landes- und Kommunalprogramme greifen dort, wo gebaut oder saniert wird: Neubau in Holzbauweise und als Ausbauhaus, Aufstockung bestehender Gebäude zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, Massivbau, Dacheindeckung mit energetischer Ertüchtigung der Dachfläche sowie Carports mit Photovoltaik. Besonders die Kombination aus Dachdämmung und Photovoltaik wird in der Region Hannover eigenständig gefördert – ein Punkt, der bei Dachsanierungen regelmäßig übersehen wird. Wir planen die Ausführung so, dass sie zu den Anforderungen des jeweiligen Programms passt.
Was Sie beachten müssen
Antrag vor Vorhabenbeginn: Bei Landes-, Regions- und proKlima-Programmen gilt derselbe Grundsatz wie bei KfW und BAFA – wer zuerst baut, verliert den Anspruch.
Die Wohneigentumsförderung des Landes ist einkommensabhängig; maßgeblich sind die niedersächsischen Einkommensgrenzen und die Haushaltsgröße.
Der Antrag zur Eigentumsförderung wird nicht bei der NBank selbst gestellt, sondern bei der zuständigen Wohnraumförderstelle in Landkreis, Stadt oder Gemeinde.
Kumulierung ist möglich, aber begrenzt: Für dieselben Kosten darf in der Regel keine Doppelförderung erfolgen. Die Programmbedingungen regeln das im Einzelfall.
Kommunale und regionale Programme haben feste Budgets. Ist der Topf leer, wird auch bei erfüllten Voraussetzungen nicht mehr bewilligt.
Für die Bundesprogramme bleibt ein Energieeffizienz-Experte aus der Expertenliste des Bundes Pflicht – Landesmittel ersetzen diesen Nachweis nicht.
Wie wir vorgehen
Vorhaben und Standort klären
Zuerst schauen wir, was gebaut werden soll und in welcher Kommune. Ob Langenhagen, Hannover oder ein Landkreis im Umland entscheidet, welche regionalen Töpfe überhaupt in Frage kommen.
Bundesförderung als Basis prüfen
KfW und BAFA bilden fast immer das Fundament. Erst wenn klar ist, welche Bundesförderung angestrebt wird, lässt sich sinnvoll beurteilen, was Land und Kommune noch ergänzen können.
Landes- und Regionalprogramme abgleichen
Wir sichten die aktuell offenen Programme von NBank, Region Hannover und proKlima und markieren, was zu Ihrem Vorhaben passt. Verbindliche Auskunft geben die Förderstellen selbst.
Anträge stellen lassen
Die Antragstellung übernehmen Sie beziehungsweise Ihr Energieeffizienz-Experte oder Ihre Finanzierungsbank. Wir liefern die technischen Angaben: Bauteilaufbauten, U-Werte, Flächen und Kostenansätze.
Bauen und dokumentieren
Nach der Bewilligung wird gebaut. Wir dokumentieren die ausgeführten Maßnahmen so, dass die Verwendungsnachweise und Fachunternehmererklärungen ohne Rückfragen anerkannt werden.
Holzbau und Landesförderung
Die Landes- und Kommunalprogramme sind in der Regel bauweisenneutral: Gefördert wird das Ergebnis, nicht das Material. Holzbau profitiert trotzdem doppelt. Erstens erreichen Holzrahmen- und Holztafelkonstruktionen die geforderten energetischen Kennwerte mit schlanken Aufbauten, was bei Zuschüssen je Quadratmeter Dämmfläche und bei Effizienzboni direkt zählt. Zweitens ist die Vorfertigung planbar: Bauzeiten und Kosten lassen sich früh belastbar angeben, und Förderstellen verlangen belastbare Kostenansätze. Bei Aufstockungen kommt das geringe Eigengewicht hinzu – oft die einzige Möglichkeit, auf einem Bestandsgebäude überhaupt förderfähigen Wohnraum zu schaffen.
Leistungen, die wir dazu ausführen
Wir führen die Bauleistungen aus. Nachweise und Anträge laufen über unabhängige Fachleute.
Was wir tun – und was nicht
Wir sind Bauunternehmen, keine Förderbank und keine Rechts- oder Steuerberatung. Eine Förderzusage können wir Ihnen nicht geben und nicht versprechen. Was wir tun: Wir kennen die Programme, die für unsere Leistungen in der Region Hannover regelmäßig relevant sind, weisen Sie früh darauf hin und liefern alle technischen Unterlagen, die Antrag und Verwendungsnachweis verlangen. Verbindliche Auskünfte erteilen NBank, die zuständige Wohnraumförderstelle, die Region Hannover beziehungsweise proKlima – und für die Bundesmittel KfW und BAFA.
Quelle: nbank.deHäufige Fragen zur Förderung
Kann ich NBank-Förderung mit der KfW kombinieren?
Grundsätzlich ja – Landesmittel sind als Ergänzung zur Bundesförderung gedacht. Es gibt allerdings Grenzen: Für dieselbe Kostenposition darf nicht doppelt gefördert werden, und einzelne Programme schließen Kombinationen aus. Was in Ihrem Fall zulässig ist, bestätigt Ihnen die jeweilige Förderstelle verbindlich.
Wo stelle ich den Antrag auf Eigentumsförderung des Landes?
Nicht direkt bei der NBank. Zuständig ist die Wohnraumförderstelle Ihres Landkreises, Ihrer Stadt oder Gemeinde – dort erhalten Sie auch die Formulare. Die NBank steht dahinter als Förderbank des Landes und wickelt die Darlehen ab.
Gibt es in der Region Hannover eigene Zuschüsse für Dach und Photovoltaik?
Ja. Die Region Hannover fördert die Kombination aus Dachdämmung und Photovoltaik in einem eigenen Programm, und im Gebiet des enercity-Fonds proKlima – dazu gehört auch Langenhagen – gibt es Zuschüsse für Maßnahmen an der Gebäudehülle. Konditionen und Budgets ändern sich, deshalb immer vor Beginn prüfen.
Warum nennen Sie keine konkreten Fördersummen für mein Projekt?
Weil sie sich ändern und von Einkommen, Haushaltsgröße, Kommune und Programmstand abhängen. Zahlen, die heute stimmen, können in drei Monaten falsch sein. Wir nennen Ihnen die passenden Programme und die offiziellen Quellen; die verbindliche Höhe legt die Förderstelle fest.
Regionale Fördermittel nicht liegen lassen
Sagen Sie uns, was Sie vorhaben und in welcher Kommune. Wir prüfen, welche Landes- und Regionalprogramme dazu passen, und stimmen die Ausführung darauf ab.
Stand: Juli 2026. Landes- und Kommunalprogramme ändern sich laufend. Verbindlich sind die Angaben von NBank, Region Hannover, proKlima sowie der zuständigen Wohnraumförderstelle.
Alle Angaben zu Förderprogrammen erfolgen nach bestem Wissen, ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Energieberatung. Konditionen und Budgets ändern sich laufend; verbindlich sind allein KfW, BAFA, NBank und die zuständigen Förderstellen. Anträge sind grundsätzlich vor Vorhabenbeginn zu stellen.
